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„Bei der Integration nicht unnötig Zeit verlieren“

Die Leiterin des Jobcenters Amberg-Sulzbach, Sonja Schleicher (Bildmitte), zeigte sich beim Unterrichtsbesuch überrascht von den Deutschkenntnissen, die die überwiegend jungen Kursteilnehmer schon erarbeitet haben. Bild: Uschald-PR

Amberg. (usc) „Bei der Integration der Flüchtlinge dürfen wir nicht unnötig Zeit verlieren“. Dies betonte die Leiterin des Jobcenters Amberg-Sulzbach, Sonja Schleicher, bei einem Besuch im ISE-Bildungszentrum. Dort lief eine zweimonatige Überbrückungsmaßnahme zur Vermittlung von Grundkenntnissen in Deutsch für überwiegend junge Flüchtlinge.

Nicht zum ersten Mal wurden Sonja Schleicher und Rainer Liermann vom Jobcenter von den bereits erworbenen, erstaunlichen Sprachkenntnissen der Kursteilnehmer überrascht. In nur acht Wochen im Rahmen eines Basiskurses konnten sich die Flüchtlinge beim ISE einen schon erstaunlich breiten Wortschatz aneignen. Dies bestätigte sich bei der Teilnahme der Besucher am Unterricht.

Das überrascht nach Meinung von Sonja Schleicher umso mehr, als unter den Teilnehmern auch Analphabeten waren. Das Erlernen der lateinischen Schrift war für die meisten Schulungsteilnehmer die erste Hürde, die es zu nehmen gab. Die überwiegend jungen Flüchtlinge im Alter zwischen 20 und 25 Jahre, vorwiegend aus dem Irak, aus Syrien und Afghanistan, zeigten nach Bekunden ihres Kursleiters Stefan Deckert großen Eifer.

Mit dem ABC vertraut gemacht, erarbeiteten die Kursteilnehmer Stück für Stück Basiswissen aus dem deutschen Wortschatz. Der rasche Fortschritt, so der Eindruck der Gäste aus dem Jobcenter, lag wohl auch an der Motivationsgabe und Begeisterungsfähigkeit des Kursleiters, der quasi auch als sozialpädagogischer Betreuer der Gruppe tätig war. Nach Angaben von ISE-Geschäftsführer Peter Blendowski haben die meisten Kursteilnehmer in ihrem Herkunftsland keine Berufsausbildung durchlaufen. Diese wollen sie nach eigenem Bekunden nun in Deutschland absolvieren.

Mut sprach die Leiterin des Jobcenters, Sonja Schleicher (links), den Teilnehmern des Überbrückungskurses im Bildungszentrum ISE zu. Denn daran wird sich ein weiterer Deutschkurs anschließen. Bild: Uschald-PR

Das Jobcenter förderte und finanzierte diesen Kurs als Überbrückungsmaßnahme bis zur Erteilung des Aufenthaltstitels. „Das Jobcenter wurde aktiv, ohne dass es das müsste“, berichtete Sonja Schleicher. „Wir wollten nicht unnötig Zeit verstreichen lassen, sondern die zweifelsohne vorhandene Motivation der Leute auffangen“. Damit könne man Folgemaßnahmen verkürzen. Und ganz wichtig: „Es wird dadurch kein Geld in den Sand gesetzt“, so betonte Schleicher.

Der Kurs schloss laut ISE-Geschäftsführer Peter Blendowski mit einem Wissenstest ab, der nun eine zielgerichtete Weiterbildung der Flüchtlinge möglich macht.

Von Hubert Uschald

Kursleiter Stefan Deckert half den Teilnehmern des Deutsch-Aufbaukurses bei der Erschließung eines Grundwortschatzes. Bild: Uschald-PR