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Gastgewerbe sucht dringend Nachwuchs

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Der erste Schritt in der Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe ist geschafft. Nach weiteren 16 Monaten Büffeln steht die IHK-Prüfung an. Bild: H. Uschald

Amberg. (usc) Die Lehrgangsteilnehmer kommen aus Kasachstan, Brasilien, Russland, Eritrea, dem Irak, aus den Philippinen und aus Deutschland und haben das Berufsziel Fachkraft im Gastgewerbe mit IHK-Abschluss. Die Basis dafür schufen sie sich mit der einjährigen berufspraktischen Vorqualifizierung beim ISE Sprach- und Berufsbildungszentrum in Amberg. Einige Interessenten begannen gleichzeitig eine Vorqualifizierung im HoGa-Bereich (Hotellerie und Gastronomie).

Im Hotel- und Gaststättengewerbe herrscht Fachkräftemangel. Dem wollen Jobcenter, Arbeitsagentur und ISE Amberg mit speziellen Kursen für Arbeitssuchende abhelfen. Die Teilnehmer unterzogen sich nun nach zwölfmonatiger Grundausbildung erfolgreich einer Prüfung – mit sehr guten Noten, wie bei der Zeugnisverleihung zu hören war. ISE-Bildungskoordinator Peter Blendowski berichtete zudem von sehr guten Beurteilungen durch die Praktikumsbetriebe.

Fünf Absolventen der abgeschlossenen Vorqualifikation und vier weitere Neuzugänge begannen nun die 16-monatige Umschulung zur Fachkraft im Gastgewerbe (IHK). Eine derartige verkürzte Ausbildung ist für Deutsche, EU-Bürger, Personen mit Migrationshintergrund und für Flüchtlinge gedacht, die bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter gemeldet sind.

Die erstmals im Februar 2019 gestartete Bildungsmaßnahme wurde erst möglich, nachdem das ISE Sprach- und Berufsbildungszentrum eine Fachkraft auf diesem Gebiet, Katharina Jancsik, engagiert hat. Sie hat die Qualifizierung als Bachelor of Science in „Catering, Tourismus & Hospitality Services“, ist Ausbilderin sowie Dozentin für das Hotel- und Gaststättengewerbe (HOGA) und hat über 20 Jahre Berufserfahrung im Gastgewerbe.

Ralf Doschat, stellvertretender Leiter beim Jobcenter Amberg-Sulzbach, fand Worte der Anerkennung für die gute Ausbildung beim ISE Sprach- und Berufsbildungszentrum. Sie sei nicht leicht. Und er hoffe, dass die Absolventen den Job finden, den sie sich wünschen. „Die Arbeitsvermittler der Agentur für Arbeit und des Jobcenters hatten ein gutes Händchen mit der Auswahl der Kursteilnehmer“, stellte der Teamleiter Arbeitsvermittlung am Jobcenter, Rainer Liermann, anerkennend fest. Mit dem IHK-Zeugnis in der Tasche, im Januar 2022, werden ihnen alle Türen im Gastgewerbe offenstehen, versicherte Liermann.

Flucht in drei Jahren von Eritrea nach Deutschland

„Wer wissen will, wie Weltfrieden aussieht, soll zu uns kommen“. So umschrieb Peter Blendowski die Harmonie und den Zusammenhalt unter den Kursteilnehmern aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen. Ganz besonders stellte er das Schicksal einer Kundin vom Jobcenter, Rezan Andebrhan (26 Jahre) aus Eritrea, heraus.

Die gläubige Christin startete mit einigen Landsleuten im Alter von 20 Jahren das Wagnis einer Odyssee. Ihre abenteuerliche Flucht führte sie über Äthiopien, den Sudan, Libyen und – nach einer zweitägigen abenteuerlichen Fahrt in einem kleinen Boot – nach Italien. Und von dort schließlich nach Deutschland. Sie ließ ihr kleines Dorf zurück, ohne je eine Schule besucht zu haben. Daheim hatte sie sich um das elterliche Vieh gekümmert.

Da sie also weder lesen noch schreiben konnte, kam sie im Landkreis in einen Integrationskurs mit Alphabetisierung. Neben Deutsch erlernte sie auch ihre Muttersprache Tigrinisch. Nach einer Zwischenstation in Tanzfleck fand sie mit Unterstützung des ISE Sprach- und Berufsbildungszentrums, der Kursteilnehmer und des Jobcenters eine kleine Wohnung in Amberg, was ihr den bevorstehenden Besuch der Umschulung beim ISE erst möglich machte. „Beim Praktikum in einer Amberger Gaststätte hinterließ sie einen so guten Eindruck, dass man ihr umgehend einen Minijob anbot“, berichtete Bildungskoordinator Peter Blendowski im Kreis von Vertretern des Jobcenters.

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